Wer war eigentlich Ludwig Cauer?
lu

Ludwig Cauer wurde am 22. März 1792 in Dresden geboren und starb am 24. September 1834 in Charlottenburg. Die Eckpfeiler seines Lebens, der Beginn der Verfassungsdebatte und die Gründung des Zollvereins, markieren die Zeit, in der die Vision vom deutschen Staat reifte und im Abbau der Zollschranken erste Realitäten zeitigte. Inmitten des nationalstaatlichen Diskurses in der Zeit der stein-hardenbergschen Reformen (1806-1815) bildete sich bei dem Fichteschüler Cauer im Verbund seines Freundeskreises das Ideal nationalerzieherischer Praxis, die alle Deutschen von Grund auf verändern sollte. Vor allem strebte er danach, die Ungleichheit im Bereich der Bildung abzubauen. Sein pädagogischer Impetus erhielt Gestalt in einer Lehr- und Erziehungsanstalt, die er im engeren Freundeskreis von Fichte- und Pestalozzischülern zunächst in Berlin, später in Charlottenburg, aktiv gestaltete.

In der Konzeptionsphase der Erziehungsanstalt, die in Kooperation mit dem preußischen Staat organisiert werden sollte, distanzierte sich die Ministerialbürokratie in der Atmosphäre restaurativer Tendenzen nach 1815 von dem Unternehmen. Die dann als unabhängige Privatschule gegründete Einrichtung erfüllte die von der Nationalerziehung verfolgte Konzeption, ständische Unterschiede aufzuheben und die Schüler zur Wahl eines Berufes anzuleiten. Allerdings höhlten mit der Zeit innere Widersprüche Erziehungsanspruch und Erziehungswirklichkeit aus. Dazu trugen mehrere Entscheidungen, die aus den Schwierigkeiten eher alltäglicher Art heraus getroffen wurden, finanzielle Notwendigkeiten und der allgemeine gesellschaftliche Wandel bei.

In Ludwig Cauer trafen verschiedene Traditionen befruchtend aufeinander. Väterlicherseits entstammte er der Bamberger Handwerkerfamilie Kauer. Der Großvater war zu Zeiten Friedrich Wilhelms 1. nach Preußen ausgewandert und Sergeant, später Torschreiber in Landsberg an der Warthe geworden. Mit seinem Übertritt zum reformierten Glauben passte er sich den Vorgaben seiner neuen Heimat und der hugenottischen Familie seiner Frau an. Der Vater Ludwigs, Carl Ludwig, ging dem „so verhasst(en)“ Soldatenstand durch Wegzug aus dem Weg. Er reüssierte in Dresden als praktischer Arzt. Auch er wählte eine Frau aus Hugenottenkreisen: Aimée aus der bekannten Familie Bassenge. Das Paar hatte fünf Söhne, deren ältester Ludwig war. Die Familien vermittelten Ludwig Cauer neben der Freude an gesellschaftlicher Gestaltung die Beharrlichkeit bei der Ausübung einer einmal gewählten Aufgabe und auch eine gewisse Nähe zum preußischen Staat. In der Geborgenheit einer die einzelnen Mitglieder fördernden, ökonomisch wohlgesicherten, sozial angesehenen und bedeutenden Familie entwickelte sich das den Mitmenschen zugewandte Wesen. Als herausragenden Wesenszug dieses Mannes stellt sein Sohn die „Freude des praktischen Schaffens und Wirkens“ heraus.

aus: Ludwig Cauer, Zur Metamorphose eines pädagogischen Traumes (von Dorothea Zöbl, Berlin 1992)

Lesen Sie mehr in Wikipedia

Copyright (c) 2013 by Ludwig-Cauer-Grundschule